Rainer Wieland wird Schirmherr

 

Trotz eng getaktetem Kalender ließ es sich Wieland nicht nehmen auf dem Weg von Stuttgart nach Brüssel am Stromberg-Gymnasium in Vaihingen/Enz Halt zu machen, um dort einer Einladung des Organisationteams von „Schule als Zukunftsstaat“ zu folgen und einer Gruppe von 26 Schülern gemeinsam mit Schulleiterin Katja Kranich Rede und Antwort zu stehen. Nach einer Vorstellung des Projektes durch das Kernteam des Großprojektes, an dem aktuell fast 50 Schüler in unterschiedlichen Arbeitskreisen arbeiten, wurde Wieland unter anderem zu seinen Aufgabenfeldern als Vizepräsident befragt. Als Leiter von Parlamentssitzungen konnte er den Schülern beispielsweise sehr praxisorientierte Tipps zu der Gestaltung von solchen Sitzungen geben, wie sie spätestens ab Herbst diesen Jahres auch am Stromberg-Gymnasium stattfinden werden. In diesem Zusammenhang interessierte die Schüler besonders, ob es in Zeiten von „hate speech“ auch gelegentlich im EU-Parlament zu verbalen Entgleisungen unter den Abgeordneten komme. Herr Wieland berichtete, dass er nur einmal einen Parlamentarier des Saales verweisen musste. Für solche Fälle sei eine Geschäftsordnung für ein Parlament sehr wichtig, wodurch zumindest in den Sitzungen für einen angemessenen Umgangston gesorgt werden könne.

Einen ersten Schritt in Richtung Parlamentssitzungen machte das Projekt am Freitag vor Pfingsten, als die Stromberg-Schüler Gelegenheit erhielten, eigene Parteien zu gründen, um mit diesen im nächsten Schuljahr zur Parlamentswahl anzutreten. Auch wegen solchen Simulationen demokratischer Prozesse und der damit verbundenen Veranschaulichung derselben für die Schüler ist Rainer Wieland ein „persönlicher Fan“ dieses Projektes. Das Organisationsteam des Projektes wollte aber noch mehr erreichen. Die Schüler sollten nicht nur für politisches Engagement im Schulstaat begeistert werden, sondern sich auch explizit mit den Leitprinzipien des Zukunftsstaates auseinandersetzen. Denn Themen wie Toleranz, Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit oder Mitbestimmung sind essentielle Begriffe, wenn es darum geht, einen Staat zu gründen, der mit den modernen Problemen unserer Gesellschaft umgehen kann. Dass das Verständnis solch abstrakter Begriffe jedoch schwer auf einen Nenner zu bringen ist, merkten die Schüler bald, als sie sich zunächst mit ihren individuellen Definitionen derselben auseinandersetzten. Schnell wurde es dabei konkret: Sollte beispielsweise ein Plastiktütenverbot im Staat her, um den Müll zu reduzieren? Oder gar ein Veggie-Day? Die Ideen waren vielfältig und wurden genutzt, um schon erste Wahlprogramme zu erstellen und auf Mitgliederfang für die eigene Partei zu gehen. Vor den Sommerferien werden nun die Parteigründer und ihre Mitglieder sich noch genauer mit ihren Vorstellungen zur Innenpolitik des Stromberg-Staates, zu seiner Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie vielen weiteren Themen beschäftigen und den Wahlkampf zu Beginn des nächsten Schuljahres vorbereiten.

Ein solches Maß an politischem Engagement von jungen Menschen weiß auch Wieland zu schätzen und will dies würdigen. Denn es sei so viel einfacher, Menschen gegen eine Sache als für eine Sache zu mobilisieren, so Wieland, der die zukünftigen Stromberg-Parlamentarier schon dieses Jahr zu sich nach Straßburg ins EU-Parlament eingeladen hat. Und dass das Kernteam von „Schule als Zukunftsstaat“ für ihr Projekt begeistern kann, davon zeugt nicht zuletzt, dass Wieland spontan als Schirmherr gewonnen werden konnte. So beginnt nicht nur das Projekt nun konkrete Form anzunehmen, sondern es weht ab sofort auch ein echter politischer Geist darin.

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